Rechtliche Bestimmungen bei der Schädlingsbekämpfung im Garten

Je nachdem, welche Kleinsäuger Sie in ihrem Garten haben, können verschiedene Methoden hilfreich sein. Zunächst sollte Ihnen klar sein, dass Säugetiere in den meisten Fällen anders bekämpft werden müssen als Insekten. Zudem gibt es gesetzliche und ethische Bestimmungen, die eine Vorgangsweise ohne Rücksicht auf Verlust einschränken. Diese sollten Sie im Hinterkopf behalten, wenn Sie sich Ihre Strategie zum Vertreiben von Wühlmäusen und Maulwürfen überlegen.

Rechtliche Bestimmungen

Auch wenn es dem durchschnittlichen Gartenfreund eher fernliegt, die Lebewesen der Natur zu malträtieren und sogar zu töten, sei auf die rechtlichen Bestimmungen hingewiesen. In der Bundesrepublik Deutschland gilt das Bundesnaturschutzgesetz (abgekürzt BNatSchG). Neben allgemeinen Bestimmungen über den Naturschutz und die sich daraus ergebenden Handlungsweisen im Baugewerbe enthält das Naturschutzgesetz auch Bestimmungen, welche den Kleingärtner (und auch den Umgang mit dem Maulwurf) betreffen. Eines der bekannteren Beispiele aus dem Bundesnaturschutzgesetz ist das Verbot, Hecken während der Brutzeit von Vögeln (also pauschal vom 1. März bis 30. September) zu schneiden.

Bundesnaturschutzgesetz

Die maßgeblichen Paragraphen, welche für den Umgang mit dem Maulwurf im Garten entscheidend sind, finden sich in Kapitel fünf des Bundesnaturschutzgesetzes. Darin heißt es in “Abschnitt 2 Allgemeiner Artenschutz” unter Paragraph 39:

“Es ist verboten,

  1. wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten,
  2. wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten,
  3. Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.”

(https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__39.html)

Aus diesen Bestimmungen des Naturschutzgesetzes geht hervor, dass Tiere wie der Maulwurf nicht getötet oder deren Lebensraum zerstört werden darf. Das Planieren des Gartens, um den kleinen Tunnelbauer loszuwerden, ist daher weder angemessen noch im Rahmen des Rechts erlaubt. Wenn Sie vom Gesetzestext, der ja zunächst nur die Tat verbietet, noch nicht abgeschreckt werden, sei noch der Paragraph 69 des BNatSchG zur Lektüre empfohlen. Dort werden Handlungen wie die unter §39 aufgeführten Als Ordnungswidrigkeit eingestuft und unter Strafe gestellt. Absatz 6 des Paragraph 69 legt fest, dass ein Ordnungsgeld von bis zu 50.000 Euro für einen Verstoß fällig werden kann.

Bundesartenschutzverordnung

Zusätzlich zum Bundesnaturschutzgesetz, welches vor allem die allgemeine Maßgabe enthält, wild lebende Tiere nicht zu stören, zu verletzen und zu töten, existiert die Bundesartenschutzverordnung. In ihr werden alle geschützten Tier- und Pflanzenarten aufgezählt. Aus der Bundesartenschutzverordnung geht hervor, dass der Maulwurf (wie die meisten Säugetiere) unter Artenschutz steht. Ausnahmen gelten für die verschiedenen Wühlmausarten: Schermaus, Rötelmaus, Feldmaus und Erdmaus. Im Übrigen ist auch die Hausmaus vom besonderen Artenschutz ausgenommen.

Mögliche Konsequenzen

Wie häufig in der Rechtsprechung ist die Angabe des Strafmaßes ein Höchstwert, wird also nur in sehr schweren Fällen tatsächlich verhängt. Dennoch kann die illegale Maulwurfjagd teuer werden, wie ein Rentner aus Detmold im Kreis Ostwestfalen-Lippe feststellen musste: Für seine (zugegebenermaßen besonders brutale) Maulwurfjagdmethode wurde er zunächst zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt. Der Senior hatte eine Metallplatte, die mit langen Nägeln bewehrt war, an einem Holzstiel befestigt.

Mit dieser Waffe schlug er dann in einen Maulwurfshügel, sodass der dafür verantwortliche Maulwurf aufgespießt wurde. Die rabiate Maulwurfsjagd wurde vom Nachbarn beobachtet, der die Polizei alarmierte. Das Urteil wurde in zweiter Instanz zu einem Bußgeld von 250 Euro abgeschwächt. Dennoch sollte das Beispiel eine Warnung sein: Der Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz zieht mitunter nicht nur Konflikte mit dem eigenen Gewissen, sondern auch mit dem Gesetz nach sich. Und monatelange Verhandlungen sind nicht nur nervenaufreibend, sondern teuer und damit ein hoher Preis für einen hügelfreien Rasen.

Im Rahmen des Gesetzes bewegen Sie sich jedoch, wenn Sie den Maulwurf dem Umzug in ein neues Revier antragen, ihn also vertreiben. Da Sie so weder seinen Lebensraum noch sein Leben beeinträchtigen, steht das Vertreiben nicht im Konflikt mit dem Naturschutzgesetz und sollte die erste Wahl für gesetzestreue Gartenfreunde sein.